Andreas Lang Photography

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Down the Rabbit Hole and up the Mountain

Nico Anklam, aus dem Katalog Essay zu der Ausstellung "Kraft, Lang, Hast & Altmann, München 2011

Andréas Langs Arbeiten nehmen uns nicht nur auf imaginäre Reisen mit, sondern er rückt in Fotografien wie „Jungle“, USA (2007/11) oder „Nightclub“, Damaskus (2010) die Entdeckungsreise, die Aneignungen von Landschaft und den fotografischen Blick der Kolonialisierung in das Zentrum. Lang versteht es in seinenArbeiten, die verschiedenen Schichten von Historie und damit auch bildlichen Erzählungen in fotografischen Momentaufnahmen der Gegenwart zu verdichten. Die ganz konkrete, politische Realität hinter seiner Fotografie eines Nachtclubs in Syrien erscheint als palimpsestische Überlagerung von Bildgeschichten, die auch an unser cineastisches Gedächtnis appelliert. Das stetige Flimmern zwischen Fiktion und Realität, Erzählung und Referenz in der Wirklichkeit erfährt im Verlauf der Ausstellung eine Verschiebung hin zu einer Ästhetik des Filmischen. Wir laufen rückwärts auf einer kinematografischen Zeitachse der Verweise: Mit Andréas Langs Arbeit eines Nachtclubeingangs aus Damaskus meinen wir auch vor einem David Lynch’schen Filmstill zu stehen. Ein unwirkliches Grün umgibt die von einem Reptil umfasste Tür zur Unterwelt, ein bedrohliches Rot scheint aus dem Maul des Krokodils und gleichzeitig zerbricht die Fiktion an Sand und Betonsäcken einer Baustelle im Vordergrund. Lang zeigt uns, dass er seine fantastischen Bildwelten aus dem Material der Gegenwart schichtet und baut, in diesem Moment sogar ganz wörtlich.